Oberurff-Schiffelborn

Eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Bautätigkeit in unserer Gemeinde ist die Burg Löwenstein. Bis heute erhalten geblieben 
sind der runde Bergfried, Teile von Gebäuden und Umfassungsmau-
ern sowie Reste eines Gewölbekellers.

Im Jahre 2002 wurde die Anlage mit Mitteln aus dem Förderpro-
gramm der Dorferneuerung grundlegend saniert. Seither ist sie 
für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Burg wurde zu Anfang des 13. Jh. für Werner v. Bischofs-
hausen erbaut.1253 wurde die Anlage erstmals urkundlich er-
wähnt. Er nannte sie seiner Frau zuliebe Löwenstein da deren 
Familie einen Löwen im Wappen führte. Später änderte die Fa-
milie ihren Namen und nannte sich von Löwenstein.  Von diesem strategisch günstigen Platz aus konnte man die alte Handelsstraße Kassel - Frankfurt/Main gut kontrollieren.

Zur Zeit der Gründung der Landgrafschaft Hessen hatte die Familie 
des Erbauers überregionale Bedeutung. 1253 ernannte Herzogin 
Sophie v. Brabant Werner v. Bischofshausen zum Statthalter von Hessen für ihren dreijährigen Sohn Heinrich. Sophie war eine Tochter der heiligen Elisabeth und Ludwigs IV. Landgraf von Thüringen und Hessen. Nachdem das Thüringer Landgrafengeschlecht der Ludowinger 1247 in der männlichen Linie ausgestorben war, kam es zum Erbstreit zwischen Heinrich v. Meißen und Sophie. Sie wollte die Erbansprüche für ihren unmündigen Sohn Heinrich durchsetzen, dies gelang ihr jedoch nur für Hessen. Heinrich ist somit der Stammvater des hessischen Fürstenhauses (Brabant).

 

                                              Grundriss

Die Burg bestand aus zwei Teilen, der höhergelegenen Haupt- und der tiefer gelegenen Vorburg. Die Hauptburg umfasste fünf Herrenhäuser und einen 27 Meter hohen Bergfried. Dessen unterer Teil diente als lichtloses Verließ.

Die geräumige Vorburg bestand aus Stallungen, Schmiede, Back- und Brauhaus sowie sonstigen Wirtschaftsgebäuden. Die Burg war von einer stark befestigten Ringmauer umschlossen, die mit vielen Schieß- scharten versehen war. Diese Ringmauer umgab ein Wassergraben, dem ein hoher Schutzwall vorgelagert war. Zur Burg gehörte auch eine um 1300 erstmals erwähnte Kapelle. In dieser Zeit teilte sich die Familie v. Löwenstein in die drei Linien Schweinsberg, Westerburg und Löwenstein, die aber als sog. Ganerben gemeinsam 
im Besitz der Stammburg blieben.

Burganlagen dieser Art verloren nach der Erfindung der Feuerwaffen ihre geostrategische Bedeutung. Nachdem Ende des 16. Jahrhunderts die Burgherren ihre Wohnsitze auf die Güter in der Umgebung verlegt hatten begann der endgültige Verfall der Burg.

 

Weitere Stationen:

-Jugenddorf
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Reitschule
-
Schücking
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Teichanlage
-Burgruine